ÖFFNUNG DER RESTAURANTS – WIR STOSSEN AN AUF DIE NEUE FREIHEIT

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ÖFFNUNG DER RESTAURANTS – WIR STOSSEN AN AUF DIE NEUE FREIHEIT

Seit gut einer Woche dürfen die Gastro-Betriebe ihre Gäste auch wieder in ihren Innenräumen bewirten. Das sorgt für grosse Freude – sowohl bei den Gastgebern als auch bei den Gästen. Nach dem fünfmonatigen Verzicht kostet man die neue Freiheit voll aus. Der Andrang war letzte Woche entsprechend gross. Bereits seit der Öffnungs-Ankündigung des Bundesrats liefen die Telefone in den Wädenswiler Restaurants heiss. Einige sind an den kommenden Wochenenden bereits komplett ausgebucht.

Anja Kutter

Bei der Familie Eder klingelt das Telefon Sturm. Eine Reservation nach der anderen nimmt Oliver Eder entgegen. Die Lockerungen der Corona- Massnahmen haben ihre Stammgäste aktiv werden lassen. So rasch wie möglich möchten sie ins mehrfach preisgekrönte Restaurant Eichmühle zurückkehren. Mitinhaber Oliver Eder kommt kaum mehr nach, muss sogar den einen oder anderen Gast vertrösten. An den ersten Wochenenden ist die Eichmühle bereits bis auf den letzten Platz ausgebucht. Seine Freude könnte nicht grösser sein, sagt der Restaurant-Chef: «Es ist ein tolles Gefühl. Endlich dürfen wir unsere Gäste auch drinnen wieder empfangen.»

Servieren statt mitgeben
Nach fünf Monaten Lockdown und einem insgesamt harten Jahr seien diese Tage für ihn speziell schön. «Unser Gäste haben uns zwar grossartig unterstützt, haben unser Takeaway- Angebot rege in Anspruch genommen. Ihnen unsere Menüs aber wieder auf richtigen Tellern an unseren schön gedeckten Tischen servieren zu dürfen, ist halt doch eine ganz andere Sache.»
Bei den anderen Gastro-Betrieben in Wädenswil tönt es ähnlich. «Die Menschen müssen nicht mehr auf das Wetter achten und können deshalb viel länger vorausplanen. Das spüren wir stark», sagt etwa Nicolas Keller aus dem Landgasthof Halbinsel Au. Auch bei ihm läuft das Telefon heiss.

Im Hotel und Restaurant Engel ist es Gastgeber Illidio Ramirez, der eine Reservation nach der anderen entgegennehmen darf. Kaum hat er das Telefon aufgelegt, klingelt es erneut. An diesem Montag, dem Tag der Öffnung der Innenräume, hat er unter anderen vier Herren zu Gast. Sie hätten sich diesem schönen Wetter auch im Seerestaurant treffen können, sagen sie. «Aber nun, da wir endlich wieder drinnen sitzen dürfen, kosten wir das natürlich aus.» Mit Freude heben sie ihre Rotweingläser, um auf diesen besondern Tag anzustossen.

Heute Prosecco statt Kaffee
Die Gläser klingen auch in der Kaffeebar «Kafisatz » an der Schönenbergstrasse 1. Zur Feier des Tages trinken zwei Damen an diesem Vormittag keinen Latte Macchiato, sondern einen Prosecco. Der Gast nebenan schaut lächelnd zu und meint: «Recht haben sie! Wir mussten so lange verzichten. Ich selber bin auch hier, weil ich die erste Möglichkeit nutzen wollte.»

Auch die Sperrstunde ist aufgehoben
Dass das Gastgewerbe nach so langer Zeit des Ausharrens endlich wieder aufatmen kann, schätzt auch der Branchenverband GastroSuisse. Präsident Casimir Platzer sagt: «Wir hoffen, dass es ein guter Sommer wird für unsere Branche. » Die Zeichen dafür stehen gut. Denn nebst der Öffnung der Innenbereiche hat der Bundesrat auch die Sperrstunde zwischen 23 und 6 Uhr per Ende Mai aufgehoben. Ebenso muss am Tisch keine Maske getragen werden. Und im Aussenbereich dürfen nun wieder sechs Personen an einem Tisch sitzen. «Diese zusätzlichen Lockerungen helfen unserer Branche», freut sich Platzer. Es sei nun aber wichtig, dass der Bundesrat an der Öffnung festhält. Denn nur so habe das Gastgewerbe eine nachhaltige Perspektive und Planungssicherheit.