MEDIENTECHNOLOGE AUS WÄDENSWIL HOLT GOLD AN BERUFSWELTMEISTERSCHAFT

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MEDIENTECHNOLOGE AUS WÄDENSWIL HOLT GOLD AN BERUFSWELTMEISTERSCHAFT

Lukas Briggen, 21-jähriger Medientechnologe bei der Stutz Medien AG, gewinnt bei den Print Technology World Championships 2025 in Deutschland die Goldmedaille. Es ist eine Premiere.

Anja Kutter

Der Weg an die Berufsweltmeisterschaft begann für Lukas Briggen bereits 2023 an den Swiss Skills. Dort erreichte der Medientechnologe den zweiten Rang und wurde daraufhin angefragt, ob er an den WorldSkills teilnehmen möchte. Briggen sagte zu, doch kurz darauf fiel der Beruf Medientechnologe aus dem offiziellen Programm, weil es weltweit zu wenige Teilnehmende gab. Der Branchenverband dpsuisse ergriff daraufhin die Initiative und organisierte eine eigene Weltmeisterschaft im Printbereich, die nun erstmals durchgeführt wurde.

Austragungsort der «Print Technology World Championships» war der Showroom der Heidelberger Druckmaschinen AG in Wiesloch, Deutschland. Nach zwei anspruchsvollen Wettkampftagen gewann Lukas Briggen vor Deutschland, Japan und Frankreich. «Ich freue mich sehr – auch wenn ich meine Emotionen nicht so zeige wie andere», sagt der 21-jährige Niederurner.

Gefordert war ein breites fachliches Spektrum: Nebst Digital- und Offsetdruck standen Farbmanagement und -mischen, saubere Registerhaltung, ein effizienter Produktionsworkflow und präzises Arbeiten unter Zeitdruck im Zentrum. Bewertet wurden sowohl die Qualität der Druckergebnisse als auch die Arbeitsweise.

Das Anspruchsvollste seien für ihn nicht die Aufgaben an sich gewesen, sondern das Mentale: «Ich hatte zum Beispiel auf anderen Maschinen trainiert, als ich schliesslich die Wettkampfaufgaben lösen musste. Das verlangte viel Anpassungsfähigkeit und Flexibilität – und das unter Zeitdruck.»

Auch während des Wettkampfs lief nicht alles so rund, wie Lukas Briggen sich das erhofft hatte. «Sich trotzdem nicht hängen zu lassen und für die nächste Aufgabe wieder voll motiviert bei der Sache zu sein, hat mir viel abverlangt. Aber ich bin stolz, es am Ende geschafft zu haben», sagt er.

Im Einsatz.

45 Tage Training in Aarau
Um sich seriös vorzubereiten, trainierte Lukas Briggen insgesamt 45 Tage am Hauptsitz von dpsuisse in Aarau. Dort feilte er an Farbkorrekturen, Maschineneinstellungen, Fehleranalyse und Prozesssicherheit. «Schon das war ein tolles Erlebnis. Zu meinem Trainer hatte ich von Anfang an einen guten Draht», erzählt Briggen.

«Er hat viel Zeit und Fleiss investiert», erzählt Beat Schoch, Mitglied der Geschäftsleitung der Stutz Medien AG. «Und wir haben uns gesagt: Wenn jemand so viel persönlichen Einsatz zeigt, geben wir als Betrieb auch gerne etwas zurück. Darum wurden Lukas alle Trainingstage als Arbeitszeit angerechnet.»

Die grössten Fans.

Mit Kuhglocken und Fahnen unterstützt
Um das Berufstalent zu unterstützen, reiste auch das gesamte Print-Team der Stutz Medien AG nach Wiesloch – auf Kosten der Arbeitgeberin. «Mit Kuhglocken, Fahnen und viel Stimmung wollten wir Lukas zeigen: Wir stehen hinter dir», sagt Schoch. Die Atmosphäre vor Ort habe das Team zusätzlich zusammengeschweisst.

Für die Stutz Medien AG ist der Erfolg mehr als eine einzelne Medaille. Er steht für eine Haltung, wie man Berufsbildung und Teamkultur lebt. «Lukas hat den Titel geholt, keine Frage. Aber er ist auch ein Ergebnis der Investition unseres Betriebs in Ausbildung und Menschen», sagt Schoch. «Das ist für uns mindestens so wichtig wie die Goldmedaille selbst.»

Gleichzeitig zeigt der Weltmeistertitel, dass der Beruf Medientechnologe auch in Zukunft Relevanz hat. Die Druckbranche hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Wo früher vor allem Handwerk im Vordergrund stand, sind heute digitale Daten, Software, Messsysteme und automatisierte Prozesse genauso wichtig. «Print ist nicht verschwunden, er hat sich verändert», sagt Schoch. «Wer heute Medientechnologe wird, arbeitet mit Hightech und trägt viel Verantwortung. Es ist ein moderner, anspruchsvoller Beruf, kein Auslaufmodell.»

Lukas Briggen (rechts) setze sich vor Deutschland, Japan und Frankreich an die Spitze.